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Robert Nabenhauer Interview 3

von Robert Nabenhauer

Gesprächspartner: S = Siggi / R = Robert

S.: Ja hallo, lieber Robert. Herzlich Willkommen zu diesem Interview. Heute geht es um das Thema: XING im Detail. Als Unternehmer bin ich ja im Businessbereich tätig, so wie Du auch. So, jetzt ist XING „in“ und es ist schön, dabei zu sein. Aber letztendlich stellt sich ja doch die Frage, gut, jetzt ist man in so einem Netzwerk drin, was bringt´s?

R.: Ja, Danke Siggi für das Interview hier am Rande des Unternehmertreffs. Ja, XING ist für mich die Business-Plattform schlechthin, auch um Kontakte zu bekommen, die wirklich kaufen, also die Leute, die was kaufen und nicht nur – ich sage jetzt mal – twittern oder Freund mit mir sein wollen, wenn ich jetzt mal hier auf Facebook anspielen möchte, ist XING für mich die Plattform schlechthin, um Business zu machen.

S.: Gut. Jetzt habe ich mein Profil da angelegt, bin bei XING drin und, ja man traut sich vielleicht da gar nicht so richtig, Business zu machen, weil das „unschick“ ist oder weil man es nicht soll.

R.: Ja, also XING hat da schon ein paar restriktive Vorgaben, wie man da agieren soll. Ich würde eher mal ganz kurz ausholen, was ich als notwendig erachte, wenn Du einverstanden bist: Also zunächst mal, das Profil anlegen, ist einer der wichtigsten Punkte überhaupt in XING. Das wird überschätzt oftmals. Da gibt es so viele Möglichkeiten, um auf sich aufmerksam zu machen. Ich hatte die vergangenen Tage folgende Situation: Ich wollte mit einem, mit dem ich auf XING oder der mir auf XING eine Nachricht geschrieben hat, dem wollte ich antworten. Und das war nicht möglich, weil, er hat „Antworten“ oder „Nachricht senden“ nur für seine persönlichen Kontakte freigegeben auf XING. Jetzt stell Dir mal vor, ich als potentieller Kunde möchte ihm eine Nachricht schreiben und darf ihm keine Nachricht schreiben, weil wir kein Kontakt sind. Das ist ja verheerend. Da kannst Du so viel falsch machen in Deinem Profil als solches. Es war keine Möglichkeit für mich da, mit dem in Kontakt zu treten. Und dann habe ich ihn über einen Umweg gefunden, so quasi, ich mache eine Kontaktanfrage und da schreibe ich die Nachricht rein und da hat er mir dann tatsächlich geantwortet: „…ja Herr Nabenhauer, schön, dass Sie sich dann jetzt endlich melden und schön, von Ihnen zu hören…“ Da musste ich nur antworten: …“ ja sorry…“, weil es ja gar nicht möglich war, mit ihm Kontakt aufzunehmen. Also im XING-Profil gibt es wirklich auch einige Stolpersteinchen, welche zu beachten sind; also auch zum Beispiel Auffindbarkeit über die Suchmaschinen ist ein ganz wichtiger Punkt, wo viele sagen, ja das möchte ich versperren. Aber da muss ich ja sagen: hey, also wie viele Leute nutzen denn nach wie vor noch Google, um jetzt mal als Suchmaschine sich zu sperren; also nichts ist dümmer, als wenn ich das nicht freigebe für die Suchmaschinen. Und dann innerhalb vom Profil gibt es noch so und so viele Möglichkeiten, wo ich mich präsentieren kann, meine Webseite, Über Mich… also das muss erst einmal grundsätzlich ausgenutzt werden, all die Möglichkeiten, die in der Profilerstellung zur Verfügung stehen.

S.: Wenn Du sagst, es gibt da viele Stolpersteinchen bei dem Profil einzustellen; wer sagt´s mir denn, wer bringt mir denn das bei? Gibt es da einen Lehrgang.

R.:  Ja, es gibt schon relativ viele Angebote zu dem Thema Profiloptimierung und es gibt sogar auch schon ganze Seminare und so weiter. Ich habe da auch schon an diesen Dingen teilgenommen. Also wir aus unserem Hause bieten ja auch unter anderem ein kleines Ebook an zum Thema „XING-Profile optimieren“ – ich glaube für 9,90 Euro oder irgendwie so etwas. Theoretisch kann man es sich auch selber beibringen oder ich sage immer: schau mal mein Profil an und dann kannst Du auch einiges lernen. Aber ganz ehrlich, ich habe sogar die Meinung – ich weiß gar nicht, warum XING das nicht von sich selber aus grundsätzlich jedem Benutzer anbietet – also, sollte eigentlich eine Kleinigkeit sein, aber wie gesagt, entweder kann man sich Informationsmaterial besorgen oder schaut einfach mal gute Profile an, wie es andere gemacht haben.

S.: Besten Dank für den Tipp. Ja, jetzt habe ich mein XING-Profil angelegt und jetzt mache ich Business. Oder?

R.: (lachend) Ja, genau. Ich habe mein Profil angelegt und ab morgen fließen dann die Millionen. Richtig, genau so ist die Einstellung. Ja, das ist die Hauptschwierigkeit. Also ich muss mir das jetzt vorstellen, das ist jetzt, wie wenn ich eine Firma irgendwo aufgemacht habe und habe jetzt das Firmenschild, so quasi hier „Neueröffnung“ und jetzt meine ich, die Leute würden auf mich zukommen. Also so funktioniert es ganz sicher nicht. Ich mein, in XING sind über – ich glaube – 10 Millionen Leute registriert. Wenn ich jetzt nicht etwas ganz Spezielles habe oder vielleicht sogar bei meinem Profil vergessen habe, meine Keywords entsprechend zu hinterlegen, dann finden mich die Leute gar nicht. Also das kann ich komplett vergessen. Es gibt meiner Meinung nach eine 2-Phasen-Strategie: also die eine ist die aktive Phase und die andere ist die passive Phase. Also dieses „Gefunden werden“ würde ich eher zu dieser passiven Phase rechnen, wo ich sag, ich hab ein ordentliches Profil und dann landen irgendwann mal die Leute bei mir und wollen Kontakt mit mir. Und dann geht es quasi weiter mit dem Prozess oder eher die aktivere Phase.

S.: Jetzt hast Du diese Phasen angesprochen. Verwirrt mich ein bisschen. Was hat es damit genau auf sich?

R.: Ja, also aktive Phase heißt, dass ich von mir aus einerseits auf Kontakte zugehe. Wie gesagt, da muss man sehr achtsam sein; da gibt es von XING auch einige Vorgaben: so und so viele Kontakte darf man am Tag nur kontaktieren und da gibt es dann wiederum auch die Problematik, wenn ich das Ganze manuell mache, ist das auch wieder ein relativ großer Aufwand. Aber diese Dinge sind einerseits notwendig, aber es gibt noch einen ganz anderen Punkt, den ich auf XING – sage ich mal, ganz speziell – ansprechen möchte.

Wenn ich jetzt überlege, für was mache ich denn überhaupt das Ganze bei XING; dann geht es ja darum, ich bin auf XING, weil ich Business machen möchte. Dann geht es darum, ich bin auf XING, weil ich versuchen möchte, dass diese Kontakte auf meine Angebote, auf das was ich anzubieten habe, aufmerksam werden. Sicherlich kann ich es auch für Dinge nutzen, wie: ich suche irgendeinen Anbieter x y, dann suche ich den auf XING. Aber ganz ehrlich, ich nutze es nach wie vor noch auf der Suchmaschine oder ich frage nach Empfehlungen in meinem Bekanntenkreis. Aber ich kann natürlich auch immer noch innerhalb von meinen Kontakten fragen. Wenn ich rein aus Vertriebssicht auf XING bin, dann muss ich es irgendwie schaffen, dass die Leute zu mir in meinen Adressverteiler rein kommen und wer mein System kennt, der weiß, dass ich Vertrieb auf Autopilot propagiere. Das bedeutet, ich muss schauen, dass die Leute von den sozialen Netzwerken rein kommen in meinen Adressverteiler.

S.: Hört sich das nicht so ein bisschen einfach an? Vorhin hast Du etwas gesagt von Kontakte anschreiben, dann geht es um XING-Gruppen; wie sieht es denn jetzt im Detail aus?

R.: Also ich sehe den wichtigsten Hebel durchaus in den Gruppen bei XING. Meine gesamte Strategie sieht so aus: erst einmal ein ordentliches Profil, das ist notwendig, einerseits später für die Gruppen aufbauen und auch für die passive XING-Strategie, wie vorhin besprochen. Dann zum Gruppenaufbau als solches. Also ich muss einfach eine interessante Gruppe anbieten zu einem Thema, was die Leute interessiert und mit dem ich auch zusammenhänge. Also ich zum Beispiel habe die Social-Network-Marketing Gruppe, was natürlich ideal zu unserem Thema passt. Es war damals, als wir sie gegründet haben, auch noch nicht so sehr besetzt, noch nicht so viele Mitbewerber wie jetzt, aber wir haben so knapp 10.000 Mitglieder in der Gruppe. Das ist schon eine interessante Größe. Man muss sich verdeutlichen, dass eine Gruppengröße unter 4.000, 5.000 Mitgliedern praktisch eine tote Gruppe ist. Da passiert einfach viel zu wenig; da sind einfach zu viele passive Leute drin. Also ich muss schon versuchen, zunächst mal hier auf entsprechenden Gruppenmitglieder-Anteil zu kommen, damit in der Gruppe was passiert.

S.: Nochmal langsam. Also bleiben wir nochmal bei der Gruppe. Ich gründe eine Gruppe und dann?

R.: Ja, also ich gründe eine XING-Gruppe. Da gibt es… das ist relativ einfach, das beschreibt auch XING relativ klar, wie es geht und so weiter. Ich gründe eine XING-Gruppe. Dann beginne ich mit Einladungen in diese XING-Gruppe; da kann ich… entweder schreibe ich eine Email an alle in meinem Adressverteiler – das mache ich übrigens jetzt auch, ich versuche alle Leute von meinem Adressverteiler in eine XING-Gruppe rüber zu bekommen – oder lade dann via XING die Leute in die Gruppe ein. Das wird zwar mittlerweile sehr häufig gemacht; also ich bekomme auch täglich 10 verschiedene Gruppeneinladungen zu allen möglichen Dingen. Aber ich muss versuchen, die Leute in die Gruppe zu bekommen.

Das Ganze kann ich wiederum natürlich auch manuell nach wie vor machen oder auch durch einige Tools; es gibt ja einige XING-Tools, die man da nutzen kann, die ich persönlich auch nutze und auch empfehlen kann, einfach um hier ein bisschen Automatik rein zu bringen. Dann wie gesagt baue ich die XING-Gruppe auf, habe dann entsprechende Mitglieder in der Gruppe und dann ist es natürlich wichtig, in der Gruppe einerseits mit Content aufzuwarten und auch entsprechende Moderation.

S.: Ja so eine XING-Gruppe zu moderieren, wie läuft das genau ab? Ist da jemand live dann in der Gruppe, der da zu den Leuten spricht?

R.: Also ich habe bei mir das so gemacht, ich habe einen klaren Redaktionsplan, wann werden welche Inhalte rein gestellt, wann kommt welcher Content rein und ich habe bei mir so gemacht, dass wir einen Co-Moderator haben, wobei wir jetzt noch nach einem weiteren Co-Moderator suchen, einerseits dafür, dass er auch Gruppenmitglieder einlädt, damit noch ein bisschen objektivere Meinung rein kommt. Wenn man als alleiniger Moderator drin ist, ist es immer so eine One-Man-Show oder schaut so rein nach Werbung aus. Und da ist es immer ganz hilfreich, wenn man quasi einen Co-Moderator hat oder so etwas. Ja und dann ist es wichtig, dass einerseits ein interessanter Content da ist, dass genügend Mitgliederanzahl da ist und dann sollte man schon die eine oder andere Aktion auch machen. Also man muss sich vorstellen, es gibt jetzt so viele Leute in XING, die in 40, 50 Gruppen angemeldet sind, die wissen ja gar nicht, was in der Gruppe läuft, also die Leute haben ja sonst auch noch Arbeit. Also man muss schon etwas zu bieten haben in dieser Gruppe. Was ich immer wieder absolut empfehlen kann, ist ein Forum wie zum Beispiel „Vorstellung in der Gruppe“. Da sind die Leute immer recht aktiv; die stellen sich vor und damit ist das Thema Werbung dann auch schon mal ein bisschen abgefrühstückt, weil, die Leute können sich dann quasi präsentieren und das lasse ich auch ganz großzügig zu und dann können sich die Leute einbringen.

S.: Wie ist denn so die Erfahrung bei Dir von diesen Gruppenmitgliedern, kaufen da auch mal welche was?

R.: Ja, also ich kann natürlich schlecht an ein Gruppenmitglied schreiben: … also hier kauft bei mir… Meine gesamte Strategie zielt natürlich da drauf ab, die Leute von XING auch auf meinen Adressverteiler rein zu bekommen. Das habe ich glaube ich jetzt mehrfach erwähnt und möchte es auch wiederholen. Und da mache ich es einfach so, dass ich den Leuten Aktionen anbiete, auch außerhalb von XING, Sonderaktionen – hier eintragen oder hier anfordern und so weiter – oder Sonderangebote, damit die Leute sich in meinen Adressverteiler eintragen. Damit ist einerseits auch gewährleistet, dass ich nicht innerhalb von XING Probleme bekomme mit Massenmailings oder mit Werbung oder sonst irgendetwas. Und es fördert auch den Automatismus, weil, ich habe ja nur ein System, wo die Leute Informationen bekommen und da haben sie auch wieder die Möglichkeit, sich abzumelden. Innerhalb von XING sich aus der Gruppe abzumelden, ist ja immer ein bisschen schwieriger dann.

S.: Ja. Eine der letzten Fragen und zwar: In der letzten Zeit bekomme ich immer mal wieder mit, XING sei am Sterben; XING ist nicht mehr so wichtig.

R.: Ja, also einmal heißt es „XING ist am Sterben“, beim nächsten Mal heißt es „XING hat Rekord-Umsatz“ und so weiter. Ich mein, ich hier in XING beteiligt und ich kenn auch die Finanzlage und die Details dort nicht; aber einerseits denke ich, ist es ein etabliertes Business-Netzwerk… Business-Netzwerk – ich wiederhole es noch einmal – ob jetzt da 10 Millionen drin sind oder 9 Millionen, das denke ich, ist jetzt auch nicht so schlimm. Ich persönlich habe ja auch einen Blog-Beitrag diesbezüglich verfasst, der einfach heißt: XING wird schrumpfen, aber die Qualität wird steigen. Weil dann die Leute gehen, die es nicht verstanden haben, wie das Business da drin läuft. Ja und oftmals ist es so, man kann mit dem Netzwerk nicht wirklich umgehen und dann sagt man: das ist Schrott und funktioniert nicht und so weiter. Aber da kann ja das Netzwerk nichts dafür.

S.: Also. Ist klar geworden, mal ruft es so, mal ruft es so aus dem Wald heraus. Deine persönliche Zukunftsperspektive für XING?

R.: Ja. Ich denke, wird schwierig, hier in eine Glaskugel reinzuschauen. Ich denke, wenn sich XING noch mehr auf wirklich Business konzentriert und da vielleicht die restriktiven Maßnahmen des einen oder anderen ein bisschen lockert, werden noch mehr Möglichkeiten für Business auf XING gegeben sein. Ja, aber es wird auf Dauer schon weiterhin etabliert sein. So bin ich absolut überzeugt; ich hätte nicht fast hundert Produkte zum Thema XING gemacht, wenn ich nicht davon überzeugt wäre.

S.: Ja. Ganz herzlichen Dank Robert für diesen Einblick in die Welt von XING. Dir und Deinen Unternehmungen weiterhin viel Erfolg.

Siegfried Lachmann www.siegfriedlachmann.de

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