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Lesevergnügen der nächsten Generation?

von Robert Nabenhauer

Sind Sie schon auf elektronische Geräte umgestiegen, um sich bei Fachliteratur und privatem Lesevergnügen auf dem laufenden zu halten? Falls ja, landen Sie automatisch bei Apple oder dem Kindle von Amazon. Dabei gibt es durchaus leistungsfähige Konkurrenz. Im Focus erschien kürzlich ein Artikel, den ich Ihnen gern vorstellen würde. Denn der bietet eine Möglichkeit, digitales Lesen und die Unterstützung regionaler Buchhändler zu vereinen. Lesen Sie selbst!

Der Liro Ink ist baugleich mit dem Trekstor Pyrus und wird 30 Euro billiger angeboten als Amazons günstigster Kindle. Kann der E-Book-Reader der deutschen Buchhändler mit der Konkurrenz mithalten?

Der Start der im Börsenverein des Deutschen Buchhandels organisierten Buchhändler ins E-Book-Zeitalter war nicht wirklich ein Erfolg. Mit dem Liro Color brachte man Ende 2011 das falsche Gerät zum überteuerten Preis auf den Markt: einen E-Reader mit billigem und leseunfreundlichem Farb-LCD, den ähnlich Konkurrent Weltbild schon für deutlich weniger Geld anbot. Die Schlappe soll nun der Liro Ink wettmachen – vom selben Hersteller (Trekstor), der ihn auch selbst als Trekstor Pyrus verkauft, aber mit echtem, augenschonendem E-Ink-Bildschirm.

Die elektronische Tinte, die mit papierähnlichem Kontrast aufwartet und sehr akkuschonend arbeitet, gibt es derzeit nirgendwo anders so günstig: Amazons billigster Kindle, der Kindle 4, kostet immerhin 30 Euro mehr. Was bekommt der Käufer für diesen Schnäppchenpreis, worauf muss er verzichten? Auf jeden Fall liefert die Buchhandelstochter MVB mehr Flexibilität beim E-Book-Kauf als der Marktführer Amazon. Zwar wird eine Software mitgeliefert, die sich automatisch mit einem voreingestellten Online-Buchladen verbindet (Buchhändler sollen die Möglichkeit bekommen, auch ihre jeweils eigenen Shops hier einzubauen). Doch die zu benutzen, ist nicht Pflicht – jede andere Quelle, die ePub- oder PDF-Dateien liefert, kommt ebenso in Frage. Falls ein Kopierschutz verwendet wird, muss es das Adobe-DRM sein. Apple fällt damit also aus. Aber man kann zum Beispiel auch Bücher aus den verschiedenen Online-Bibliotheken der Onleihe (onleihe.de) borgen.

Neue Bücher nur per Kabel

Die Flexibilität beschränkt sich dabei auf die Wahl des Ladens. Zum Übertragen selbst braucht man unbedingt einen Computer – anders als der Kindle ist kein WLAN samt Onlineshop eingebaut. Unterwegs neuen Lesestoff zu besorgen, ist also schwieriger. Immerhin kann man auch per MicroSD-Karte Inhalte einbringen. Auf die vier Gigabyte eingebauten Speicher passen zwar schon einige Tausend Bücher, aber mehr Platz schadet nie. Die für Windows und Mac mitgelieferte Verwaltungssoftware kann nicht zu 100 Prozent überzeugen. Sie ist weder besonders schnell noch besonders hübsch. Aber man muss sie ja auch nicht nutzen.

Auch dem E-Reader selbst sieht man an, dass er „made in China“ ist. So passen zum Beispiel die Schrifttypen der Umlaute nicht zum sonstigen Schriftbild. Die Übersetzung der Oberfläche ist aber gut gelungen, dasselbe gilt für das Handbuch. Das Lesen von Büchern gestaltet sich komfortabel: Das Gerät ist zwar ein paar Gramm schwerer als der Kindle, aber nicht so sehr, dass es auffiele. Durch die Vor- und Zurück-Tasten an beiden Seiten des Gehäuses haben auch Linkshänder kein Problem. Die Sondertasten unten sind dafür etwas schwergängig, man braucht sie aber auch nicht so oft.

Bequem Lesen

Lesen kann man im Hoch- wie im Querformat. Die Schriftgröße lässt sich in mehreren Stufen verändern. Etwas lästig ist, dass neue Bücher erstmal mit der Schriftgröße „L“ geöffnet werden. Der E-Reader merkt sich immerhin, wenn man diese Einstellung ändert. Nur eben nicht für das nächste Buch. Praktisch und bei Amazon nicht vorhanden ist die Funktion „Automatisches Blättern“. Leider lässt sie sich nur auf minimal eine Minute Verzögerung einstellen, was abhängig von der Schriftgröße eine recht lange Zeit sein kann.

Am Display fällt auf, dass das Ghosting stärker ist als etwa beim Kindle. Damit ist das Phänomen gemeint, dass der Bildschirm beim Umblättern nicht komplett gelöscht wird. Deshalb empfiehlt es sich, die Option „Anzeige aktualisieren“ auf „Nach jeder Seite“ zu setzen. Nebenwirkung: das Blättern geht nicht mehr ganz so flott. Die Akkukapazität des Modells ist hoch, Trekstor gibt eine fünfstellige Zahl von Seiten an. Ich habe den Akku im Test nicht leer bekommen. Hier wirkt sich natürlich positiv aus, dass keine Energie für eine WLAN-Verbindung gebraucht wird.

Fazit: Lohnt sich

Der Trekstor Pyrus aka Liro Ink ist ein E-Reader für Vielleser, die sich ihren Stoff aus allen möglichen Quellen besorgen möchten. Viel falsch machen kann man bei dem Preis jedenfalls nicht – und ganz nebenbei unterstützt man damit noch den örtlichen Buchhändler um die Ecke (jedenfalls wenn man das Gerät bei ihm kauft).

Quelle: Focus

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