Gastbeiträge

Die Zeit der Patriarchen ist vorbei!

Sehr geehrte Leser auch wir wollen unseren Blog nun mehr Themen der „Menschlichkeit“ behandeln. Es folgt eine Serie mit 3 Gastartikeln von Alois Summerer

 

Die Zeit der Patriarchen ist vorbei!

Die Insolvenzen der Firmen Schlecker und Müller Brot zeigen aktuell, dass einsame Entscheidungen des Managements, die Geringschätzung von Mitarbeitern oder die Ignoranz von Mängel fatale Folgen haben können. Wenn konstruktive Kritik nicht erlaubt ist und starke persönliche Interessen eines Inhabers dominieren, wie z.B. die meisten Drogeriefilialen in Deutschland zu besitzen, auch wenn sie unrentabel sind, dann führt dies ein Unternehmen zum Scheitern.

Welche Führungskultur brauchen Sie, um auf der Top-Ebene zu guten Ergebnissen zu kommen? Sie bekommen in diesem Newsletter Praxistipps von sehr erfolgreichen Top-Führungsebenen.

1. Öfters mal durch "andere Brillen" sehen

Jeder Mensch hat seine eigene Wahrnehmung. Diese ist geprägt von Wünschen, Bedürfnissen, Interessen, Erfahrungen und Einstellungen. Daraus treffen wir unsere unternehmerischen Entscheidungen. Wechseln Sie öfters die Wahrnehmungsbrille, auch wenn es Ihnen als Patriarch schwer fällt. Wie sieht der Controllingchef, der Vertriebsmanager, der Betriebsleiter und der Leiter Personal diesen Sachverhalt. Unterschiedlichkeit hilft verschiedene Aspekte einer komplexen Entscheidung besser zu beleuchten und Chancen und Risiken nach verschiedenen Gesichtspunkten zu bewerten. Dadurch wird sich der Informationsgehalt zur Entscheidung erheblich verbessern. Sie werden noch erfolgreicher, da Sie eine gute Wahl treffen.

2. Konstruktive Kritik ist ein Basiswert

Ich habe vor einiger Zeit einen Workshop mit der Vorstands- und Abteilungsleiterebene eines mittelständischen Unternehmens geleitet. Es wurden neue Ideen entwickelt, die "kritisch unter die Lupe genommen wurden". Auch die Vorschläge des Vorstandsvorsitzenden wurden mit der gleichen Sorgfalt hinterfragt, wie alle anderen auch. Dies war nicht immer so. Es braucht Zeit und Vertrauen auf Führungsetagen, damit konstruktive Kritik auf der Top-Ebene umgesetzt wird. Schaffen Sie ein Klima der Offenheit und klaren Kommunikation. Häufig wird auf der Entscheiderebene viel taktiert und strategisch kommuniziert, um sich ins rechte Licht zu rücken oder sich durch zu setzen. Dabei geht es "beim Schaulaufen vor dem Vorstand" um persönliche Vorteile und nicht um die beste sachliche Lösung für das Unternehmen.

3. Durchbrechen Sie die Einsamkeit des Entscheiders

Patriarchen sind oft sehr einsame Menschen. Sie machen viele Entscheidungen mit sich selbst aus und schätzen ihr Dominanz- und Machtverhalten. Da sie in der Kommunikation oft auch abweisend und abwertend sind, gehen viele Menschen auf Distanz. Bereiten Sie sich bei einem Termin sachlich sehr gut vor. Begründen Sie Ihre Argumente und Entscheidungsvorschläge. Zeigen Sie sich für Argumentationsduelle gewappnet. Hinterfragen Sie freundlich im Ton und klar in der Sache auch Vorschläge des Hierarchen. Manche Patriarchen lieben den argumentativen Wettkampf und schätzen Sie als ernstzunehmenden "Partner". Damit kommen Sie in Kontakt und erhalten Respekt. Lassen Sie sich nicht abwerten. Bitten Sie den Hierarchen bei unangemessener Emotionalität wieder sachlich zu werden.

4. Reflektieren Sie Ihre Führungsvorlieben

Das Gegenteil eines autoritären Führungsverhaltens wie "lange Leine" ist nicht hilfreich, nur weil man es besser machen will. Dies zeigt sich auch an Eltern, die selbst sehr streng erzogen wurden und nun ihren Kindern alle Freiheiten ermöglichen wollen. Das Gegenteil ist nicht die Lösung. Es fehlt die Differenzierung.

Ihr Führungsverhalten sollte von der jeweiligen Arbeitssituation und vom Entwicklungsstand des Mitarbeiters abhängen. Dies verlangt von Ihnen ein Verhaltensspektrum, das sowohl Freiräume und Vertrauensvorschuss, gibt aber auch Durchsetzung und Kontrolle ermöglicht. Welche Verhaltensweisen können Sie besser? Gute Führung gelingt leichter, wenn Sie sich als Person auch hinterfragen und weiter lernen. Je nach Fachkompetenz und Motivation des Mitarbeiters passen Sie Ihren Führungsstil an.

5. Führen Sie situations- und mitarbeiterbezogen

Die folgenden Vorschläge sind eher Rezepte und sollen Ihnen in der Praxis helfen, differenzierter zu reflektieren. Ihre Grundhaltung als Führungskraft ist kooperativ.

Bei fehlender Kompetenz und Motivation in Detailaufgaben sollte der Mitarbeiter erstmal eng geführt werden, da er sonst schnell viel Schaden anrichten kann oder kaum Leistung bringt.

Bei fehlender Kompetenz und großer Motivation schaffen Sie Lernmöglichkeiten.

Ist der Mitarbeiter sehr kompetent aber wenig motiviert, dann fragen Sie nach den Hintergründen. Meist ist etwas vorgefallen, was den Mitarbeiter frustriert hat. Finden Sie es gemeinsam heraus und setzen Sie Lösungen um.

Sehr motivierte und kompetente Mitarbeiter schätzen Freiräume, Kompetenzen und Wertschätzung für ihre Leistungen. Meist kommen diese zeitlich zu kurz, da die problematischen Personen Gesprächsbedarf haben. Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Leistungsträger. Sie sind die wesentlichen Stützen des Teamerfolges.

Viel Erfolg wünscht Ihnen

Ihr

Alois Summerer

 

Über den Autor:

Alois Summerer Alois Summerer

  • seit 1992 Geschäftsführung AS TEAM
  • Mitarbeiter einer Raiffeisenbank
  • langjährige Erfahrung als Führungskraft
  • über 20 Jahre als Trainer und Berater tätig
  • Personalentwickler beim ADAC

Qualifikationen

  • Systemische Organisationsberatung bei Dr. Gunther Schmidt, Heidelberg
  • Moderationsausbildung bei Metaplan, Hamburg
  • Team- und Organisationsentwicklung, Team Dr. Rosenkranz, München
  • Gestalttherapie im Zentrum für Individual- und Sozialtherapie in Penzberg
  • Themenzentrierte Interaktion (TZI) beim WILL-Institut, Europa

Tätigkeitsfelder

  • Kommunikation und Teamentwicklung
  • Besprechungsmanagement
  • Workshopmoderation
  • Führungskräftetraining
  • Coaching
  • Entwicklung von Mitarbeiterressourcen

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