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Die Gefahrenquelle Social Media – oder: Warum alles Gute meist auch eine Kehrseite hat

von Robert Nabenhauer

Social Media ist die Sonne im System des Web 2.0 und eines der wichtigsten Werkzeuge im Online-Business. Im heutigen Blogpost soll es aber bei aller Euphorie um die Kehrseite der Medaille, die Gefahrenquelle Social Media, gehen. Denn Fakt ist: Auch wenn alle Welt begeistert ist und niemand die Schattenseite sehen möchte, es gibt sie!

Die Bedenken mancher Unternehmen in puncto Social Media sind groß und zumeist basieren diese auf zwei Tatsachen: mangelnde Informationen und mangelnde Erfahrung. An dieser Stelle von unnötigen Ängsten zu sprechen, wäre jedoch zu viel, denn tatsächlich gibt es – wie bei nahezu allen Themen im Leben – auch in Bezug auf Social Media-Risiken, die bei falschem Umgang und Gebrauch schnell zu ernsthaften Gefahren werden können. Einige davon werde ich im Folgenden vorstellen:

1. Die Angst vor Neuem

Sie ist (leider) grundlegend bei vielen Unternehmern vorhanden, denn viele verstehen nicht, dass Veränderungen auch Chancen bieten. Die Chance auf Wachstum und Erfolg zum Beispiel. Da die meisten Bosse es so nicht benennen würden, sprechen sie daher in Bezug auf Social Media lieber von mangelnder Feedbackverarbeitung und dem Fehlen von Ressourcen und einer strategischen Ausrichtung innerhalb des Unternehmens.

Richtig ist, dass Feedback wertlos wäre, würde man es nicht aufnehmen, auswerten und nutzen. Und ebenfalls richtig ist, dass hierfür Ressourcen gebraucht werden. Diese müssen geschaffen werden, damit das Unternehmen letztlich wachsen und weiterhin Erfolg haben kann. Was die zweifelnden Unternehmer also tatsächlich meinen, ist, dass sie nicht investieren wollen. Nicht in Social Media. Nicht in ihre Mitarbeiter. Nicht in ihre Zukunft.

2. Die Angst vor den eigenen Mitarbeitern

Ich könnte es auch die Angst vor dysfunktionalem Kommunikationsverhalten nennen, aber es ist nicht meine Art, um den heißen Brei zu reden. Viele Unternehmer sind sich, angesprochen auf Social Media, oft unklar darüber, welche Rolle die eigenen Mitarbeiter bei der Kommunikation nach außen spielen beziehungsweise spielen sollen.

Im Klartext meinen sie damit aber, dass sie ihren eigenen Mitarbeitern nicht oder nur wenig zutrauen, die Firmenphilosophie in angemessener Art und Weise, zielstrebig, souverän und sicher nach außen zu vertreten. Da dieselben Mitarbeiter aber offensichtlich sehr wohl fähig sind, Kundentermine wahrzunehmen, bei denen sie im Wesentlichen ja nichts anderes tun als das Unternehmen zu repräsentieren, ist auch diese Angst unbegründet.

3. Die Angst davor, etwas falsch zu machen

Unsicherheit hemmt meistens, was zur Folge hat, dass viele – bevor sie etwas falsch machen würden – lieber gar nicht erst aktiv werden. Was dabei aber allzu oft vergessen wird: Wer nicht riskiert zu stolpern, der wird auch nie einen Marathon laufen können. Oder anders formuliert: Wer nicht wagt, kann nicht gewinnen.

Und weil die meisten Ängste oberflächlich sind, kann ich Ihnen nur raten, Ihre Ängste zu definieren. Was genau könnten Sie falsch machen und was genau könnten Sie tun, um auf Nummer sicher zu gehen? Was genau könnten die Konsequenzen sein und was genau können Sie tun, um die Chance zu erhöhen, dass diese positiv ausfallen?

4. Die Angst vor Neidern

Auch von dieser Angst habe ich bereits sehr oft gehört, denn viele Unternehmer vermuten, dass Ihnen die Konkurrenz mit gezielten Angriffen, bösen Kommentaren oder anderen Maßnahmen einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Dieser könnte im Zweifelsfall so böse enden, dass das eigene Image nachhaltig geschädigt wird. Und weil vielen dieses Risiko zu groß ist, verzichten sie auf die neuen Möglichkeiten.

In Wahrheit aber haben Sie großes Kontrollpotenzial, denn ganz gleich, ob es sich um Kommentare oder sonstige negative Stimmungsmache handelt – was veröffentlich wird, entscheiden Sie ganz allein!

5. Die Angst vor der Eigendynamik

Diese Angst ist voll und ganz berechtigt und trotzdem unnötig. Ein Kontrollverlust, ausgelöst durch eine gewisse Eigendynamik, die, und da sind sich alle Experten einig, Social Media-Aktivitäten durchaus mit sich bringen, ist besonders im Negativfall keine angenehme Situation. Und auch wenn es wissenschaftlich erweisen ist, dass sich schlechte Nachrichten entgegen allen Vermutungen nicht schneller verbreiten als gute, ein Imageschaden ist nicht zu unterschätzen.

Aber: Auch wenn sachliche Richtigkeit oder eine ganzheitliche Betrachtungsweise in den meisten aller Fälle einfach nicht garantiert werden kann, so ist es ebenso unmöglich, von einem vollständigen Kontrollverlust zu sprechen. Es verhält sich vergleichbar mit dem Autofahren – wer sein Handwerk beherrscht, es pflegt und sich darum kümmert, der hat ein sehr effektives Mittel, um seine Ziele schneller zu erreichen, auch wenn ein externes Restrisiko (zum Beispiel ein Geisterfahrer) bleibt.

Zum Abschluss dieser Betrachtung möchte ich kein Fazit ziehen, sondern kurz einmal die Frage umkehren: Welche Gefahren lauern denn für Unternehmen, die sich von Social Media fernhalten?

Ganz einfach formuliert könnte man sagen: Wer relevant, vertreten und erfolgreich sein will, der muss auf einen Erfolgszug aufspringen, statt ihn an sich vorbeirasen zu lassen. Denn Fakt ist eines – Social Media ist keine Modeerscheinung, kein Trend, sondern die Reaktion und Aktion auf ein tiefgreifend verändertes Bedürfnis der Verbraucher. Ein Bedürfnis nach Interaktion und Kommunikation und dem aktiven Mitbestimmungsprozess. Die Ignorierung von Social Media schränkt die Bindung von Mitarbeitern, Kunden und Interessenten an das Unternehmen ein und sorgt so für Wettbewerbsnachteile, die nicht mehr aufzuholen sind.

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