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Promis und das Web 2.0

Wer macht was gut und warum machen die meisten den gleichen Fehler?

Wie viele Unternehmen erkennen auch immer mehr Prominente aus der Welt des Sports, des Films, der Musik oder sogar der Politik die unheimliche Kraft des Web 2.0. Sie versprechen sich durch den direkten Kontakt mit den Fans über die neuen Medien natürlich einen Imagegewinn. Einigen gelingt dies, doch die meisten machen den immer gleichen Fehler – sie unterschätzen die User!

Man sagt sicherlich nicht zu Unrecht, dass Facebook einen großen Beitrag zur Wahl des amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika geleistet hat. Und in der Tat, Barack Obama hat bis heute weit mehr als 10 Millionen Freunde auf der beliebten sozialen Plattform. Diesen Erfolg haben sich viele Promis als Beispiel genommen und so verrät unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel auf ihrem Facebook-Profil, dass „Jenseits von Afrika“ ihr Lieblingsfilm ist. Auch der Vizekanzler Guido Westerwelle ist vertreten und steht so öffentlich zu seiner Leidenschaft für Pippi Langstrumpf Bücher.

Und genau hier findet sich der erste Knackpunkt bereits. Der Vizekanzler mag Pippi Langstrumpf – ein gefundenes Fressen für den Boulevard. Ähnlich ergeht es auch anderen Prominenten. Sie versuchen, über scheinbare Nähe zum Volk ihr Image aufzupolieren und ihren Fans zu zeigen: Ich bin einer von euch. Was sich jedoch prinzipiell löblich anhört, entpuppt sich oft schnell als Fehlschuss, denn immer noch unterschätzen viele Prominente die ungemeine Kraft der Internet-Community.

Von zu Guttenberg bis Felix Magath

Welche Signalwirkung, welch aufrüttelnden Charakter und welch kraftvolle Macht soziale Netzwerke haben können, diese Erfahrung konnte unlängst der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg machen. Er beging exakt denselben Fehler wie die meisten Prominenten – er unterschätzte das Web 2.0! Klar erkennbar ist dies an der ersten Äußerung zu der inzwischen berühmt-berüchtigten Plagiatsaffäre, in der er öffentlich äußerte, dass es sich bei den Kritikern lediglich um eine Handvoll Internetsurfer handelt. Weit gefehlt, wie wir seit seinem Rücktritt wissen.

Ebenso versuchte sich der Trainer des Fußball-Bundesligisten Schalke 04, Felix Magath, kürzlich via Facebook neue Sympathien zu generieren. Anfänglich klappte dies ganz gut, doch nach kaum mehr als zwei Wochen verwandelte sich sein persönlicher „I-Like“-Button in einen „Don‘t-Like“-Button und die Fans fordern vehement seinen Rücktritt.

Was machen die Promis falsch?

Die Frage ist, welchen immer gleichen Fehler begehen die Prominenten und warum verwandelt sich der anfängliche Imagegewinn meist zeitnah in einen massiven, kaum reparablen Imageschaden? Die Antwort darauf ist relativ simpel und findet sich in der Natur des Web 2.0. Dessen Erfolg liegt ganz klar in der Interaktivität, dem Netzwerken, dem Austausch von Informationen und Empfehlungen. Ebenso wie Social Media Marketing basiert eine Beziehung zwischen Star und Fan auf Nähe und Vertrauen, nicht auf billigen Wahl- und Werbeversprechen.

Mittlerweile ist es gerade im Fall von Prominenten für viele Fans sofort erkennbar, ob einer ernsthaftes Interesse an der Bindung zu seinen Anhängern hat oder via Werbeagentur nur Promotion für sich machen möchte. Die Bedürfnisse der User haben sich jedoch grundlegend verändert. Stupide Frontal-Kampagnen und altbackene Werbeslogans haben ihren Glanz verloren und kaum mehr Erfolgschancen. Was zählt im Web 2.0 ist Vertrauen.

Unterm Strich können wir also daraus lernen, dass die meisten Prominenten die immer gleichen Fehler begehen: Zum einen unterschätzen sie die Macht und den riesigen Dunstkreis sozialer Plattformen maßlos und zum anderen bringen sie ihren Fans viel zu wenig Respekt entgegen, indem sie Marketingagenturen in ihrem Namen eine „persönliche Bindung“ und ein falsches Interesse vorgaukeln lassen. Die Community hat wesentlich hinzugelernt und kennt die Mechanismen und Regeln des Web 2.0 – im Gegensatz zu vielen Prominenten!

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