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Facebook bläst zum Angriff

von Robert Nabenhauer

Über Monate hinweg wurde spekuliert. Viele Gerüchte wurden gestreut, Angst machte sich bei den Gegnern, Vorfreude bei den Fans breit. Kern der Gerüchteküche war Facebooks kommender Großangriff mithilfe eines eigenen E-Mail-Dienstes. Für Zuckerberg‘sche Kritiker war diese Neuheit vergleichbar mit der Nachricht, dass Automarken nun auch Rückwärtsgänge einbauen, doch objektive Beobachter sahen darin die Chance, im Kampf der Giganten gegen Google erheblich an Boden zu gewinnen. Nun endlich ist es soweit, der Knoten ist geplatzt, die Spekulationen finden ein Ende. Was Facebook wirklich vorhat und wann das Projekt „Nachrichten“ startet, erfahren Sie im heutigen Blogpost!

Manch einer wird es schon gemerkt haben, denn die Einführung von Facebooks eigenem E-Mail-Dienst ist bereits in vollem Gange. Die ersten User, so hört und sieht man noch vereinzelt in Internetforen, wurden bereits von dem beliebtesten sozialen Netzwerk nach ihrer Wunsch-Mail-Adresse befragt, die – Sie ahnen es bereits – auf @facebook.com endet. Weitere User sollen in Kürze folgen.

Die Befürchtungen der Konkurrenz und allen voran von Google, die übrigens gerade ebenfalls eine Großoffensive in Sachen Online-Mode mit www.boutiques.com starten, haben sich also bewahrheitet: Facebook bläst mit Pauken und Trompeten zum Angriff und geht den nächsten, vielleicht vorentscheidenden Schritt, um zu DEM meist genutzten und zukünftig alles bestimmenden Online-Medium zu werden. Beide Großkonzerne versuchen sich peu à peu für die User unentbehrlich zu machen und rücken immer tiefer in die Lebenswelt ein.

Dabei ist das neue Konzept vom „Netz im Netz“ nicht neu. Mit dem neuen Konzept hat Facebook nun so ziemlich alle Tools und Möglichkeiten versammelt, die zur Jahrtausendwende AOL bereits anbot. Doch der ehemalige Internetgigant sank, als die Netzwelt merkte, dass es außerhalb „walled garden“ wesentlich lebhafter zuging. Die Frage ist nun, ob auch Facebook ein ähnliches Schicksal droht, denn fest steht: Die Konkurrenz, die entgegen der Facebook-Strategie nicht alle Applikationen verbindet, sondern sich für einzelne spezialisiert, schläft nicht. Im Gegenteil, sie etabliert sich bei den entsprechenden Zielgruppen gerade erst.

Doch auch diese Bedrohung und das warnende Beispiel AOL sind dem Konzern um Mark Zuckerberg bekannt. Man trifft Vorkehrungen. Zum Beispiel die, die entsprechende Infrastruktur des Netzes im Netz selbst zu schaffen und pausenlos durch andere zu erweitern. Bestes Beispiel hierfür ist der „I-Like“-Button. Er wurde erst vor gut einem Jahr eingeführt, hat sich aber seither auf mehreren Hunderttausend Websites eingenistet. Die Betreiber der jeweiligen Websites nehmen das gerne hin, hoffen sie doch, dadurch zu mehr Traffic, also Besucherströmen, zu kommen.

Die Folge ist klar: Das soziale Netzwerk Facebook wird immer mehr zum organisierenden Zentrum des World Wide Web. Das Unternehmen ist gerüstet und bestens vorbereitet, ganz gleich, auf welchem Schlachtfeld der Krieg der Online-Giganten um die Gunst der User auch ausgefochten wird.

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