Personal

Wie wichtig ist die Zufriedenheit der Mitarbeiter?

Benötigt ein Unternehmen zufriedene Mitarbeiter? Eigentlich klingt dies nach einer Frage, die wir intuitiv beantworten können: Zufriedene Mitarbeiter leisten bessere Arbeit und bringen das Unternehmen voran. Doch kann man das statistisch beweisen und auf welche Faktoren kommt es Arbeitnehmern wirklich an?

 

Emotional gebunden

 

Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa sind 83 Prozent der Deutschen mit ihrem Job zufrieden. Das klingt soweit gut. Doch so einfach ist es leider nicht. 53 Prozent geben an, sich mehr Erfüllung in ihrem Job zu wünschen. 34 Prozent planen, sich in diesem Jahr beruflich zu verändern.

 

Eine andere Studie, durchgeführt von der Beratungsfirma Gallup, fand heraus, dass nur 15 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland an ihr Unternehmen emotional gebunden seien. Der wichtigste Grund für das Fehlen der emotionalen Bindung sei schlechtes Führungsverhalten. Zwar arbeiten viele der Befragten sehr gerne – wie ja auch die Forsa-Studie zeigte – und fangen motiviert an, aber verlieren durch schlechte Führungskräfte irgendwann die Lust an der Arbeit. Als Probleme dabei nennen die Befragten unter anderem: fehlendes Feedback, fehlendes Lob, fehlendes Interesse an den Mitarbeitern als Menschen sowie an ihrer Meinung.

 

Verlust

 

Die Folgen davon errechnet Gallup in eindeutigen Zahlen: Mitarbeiter, die sich nicht an das Unternehmen gebunden fühlen, fehlen im Durchschnitt fünf Tage mehr als ihre zufriedenen Kollegen. 252,- Euro Verlust bringe jeder dieser Tage durchschnittlich ein.

 

Fehltage sind nicht die einzige Folge von Unzufriedenheit am Arbeitsplatz. Unmotivierte Mitarbeiter arbeiten weniger enthusiastisch und versuchen, schwierigen Aufgaben aus dem Weg zu gehen. Auch kündigen sie schneller – meist bevor sie nach einer Einarbeitungszeit einen wirklich wertvollen Beitrag für das Unternehmen leisten können.

 

Lohnt sich die Investition in Mitarbeiterzufriedenheit wirklich?

 

Wer zufriedene Mitarbeiter haben möchte, wird nicht um zusätzliche Kosten umhinkommen. Da stellt sich ein Unternehmer die berechtigte Frage: Lohnt sich das denn wirklich? Die Antwort darauf hängt von der Branche ab. Für ein Unternehmen, das hauptsächlich mit Leiharbeitern und kurzfristigen Verträgen arbeitet, lohnt sich eine Investition in Mitarbeiterzufriedenheit weniger als für ein Unternehmen, das auf erfahrende, engagierte Mitarbeiter setzt.

 

Alex Edmans von der Londoner Business School hat die Mitarbeiterzufriedenheit in verschiedenen Unternehmen in den USA untersucht und kam zu folgendem Ergebnis: Unternehmen mit zufriedenen Mitarbeitern sind auf dem Kapitalmarkt um 3,8 Prozentpunkte erfolgreicher als ihre Konkurrenz.

 

Wo können Unternehmen ansetzen, um die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter zu verbessern?

 

  1. Messen und analysieren

 

Der erste Schritt besteht immer darin, das Problem zu finden. Das kann man nur, indem man regelmäßig die Zufriedenheit seiner Mitarbeitet misst. Wie geht das? Zunächst können Fehltage und Mitarbeiterfluktuationen gemessen werden. Bei Mitarbeitern, die sich für eine Kündigung entscheiden, kann man versuchen, in ehrlichen Gesprächen nach den wirklichen Gründen zu fragen.

 

Es gibt zudem Fragebögen und Online-Tools, mit denen die Mitarbeiterzufriedenheit nach standardisierten Tests gemessen werden kann. So können beispielsweise die Mitarbeiter der Galerie Gmurzynska Zürich ihren Arbeitgeber online bewerten und positives Feedback zu Kategorien wie "Kollegenzusammenhalt", "interessante Aufgaben" sowie "Gehalt und Sozialleistungen" geben. Das Portal errechnet daraus eine Gesamtbewertung und gibt damit sowohl den Vorgesetzten als auch zukünftigen Bewerbern einen Eindruck von der Zufriedenheit der Mitarbeiter.

 

  1. Arbeitsatmosphäre verbessern

 

In der Studie des Meinungsforschungsinstituts Forsa war eine positive Arbeitsatmosphäre für 98 Prozent der Befragten das ausschlaggebende Kriterium für Zufriedenheit am Arbeitsplatz, gefolgt vom Verhalten des Vorgesetzten (93 Prozent). Dafür ist ein respektvoller Umgang wichtig, das heißt: keine Belästigung, keine Gefährdung der Gesundheit, aber auch einfach ein angenehmer Arbeitsplatz.

 

Einer Umfrage von Steelcase zufolge mögen Arbeitnehmer keine Großraumbüros und wünschen sich mehr Privatsphäre am Arbeitsplatz. Bei einer Befragung des Fraunhofer Instituts gaben außerdem 57 Prozent an, mit den Lichtverhältnissen unzufrieden zu sein.

 

  1. Angemessene Vergütung

 

Wer wenig verdient, gibt sich auch weniger Mühe. Geld steht für die meisten Arbeitnehmer nach eigenen Angaben zwar nicht an erster Stelle, doch in der Forsa-Studie liegt das Gehalt auf dem dritten Platz der Faktoren, die Zufriedenheit bei der Arbeit ausmachen.

 

  1. Vereinbarkeit von Familie und Beruf

 

Mit 92 Prozent ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf der vierte wichtige Faktor, den die Befragten der Forsa-Studie für ihre Zufriedenheit angaben. Hier können Unternehmen mit flexiblen Arbeitszeiten und der Möglichkeit auf Arbeit im Home-Office Abhilfe schaffen.

 

  1. Sinnvolle Arbeit

 

Eine angemessene Entlohnung, eine gute Atmosphäre und flexible Arbeitszeiten sind erste Schritte, um die Grundlagen für Zufriedenheit am Arbeitsplatz sicherzustellen. Aber nichts davon wird auf Dauer etwas nützen, wenn die Arbeitnehmer in ihrer Arbeit keinen Sinn erkennen können. Es liegt also in den Händen der Vorgesetzten, ihren Mitarbeitern deutlich zu machen, wie ihre individuell geleistete Arbeit das Unternehmen voranbringt und inwiefern sie an der Vision des Unternehmens mitarbeiten. Dafür müssen aber auch die Führungskräfte selbst hinter den Unternehmenszielen stehen.

 

Zufriedene Mitarbeiter arbeiten mit Leidenschaft und nehmen auch schwierige Aufgaben auf sich – vorausgesetzt diese Arbeit wird auch wertgeschätzt. Nicht jede Maßnahme lässt sich einfach durchsetzen oder passt zu jeder Branche, doch zu den wichtigsten Faktoren zählen auch ein angenehmes Miteinander und Erfüllung bei der Arbeit. Dafür benötigt ein Unternehmen weder ein Budget noch einen Umbau, sondern engagierte, zufriedene und motivierende Führungskräfte – dies der wichtigste Faktor für Mitarbeiterzufriedenheit.

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